mCOMBRIAX: Neue Kombi-Impfung zugelassen – aber was zeigt die Studie wirklich?
Die Europäische Kommission hat den neuen mRNA-Kombi-Impfstoff mCOMBRIAX (mRNA-1083) zugelassen. Ein Impfstoff, der gleichzeitig gegen COVID-19 und Influenza wirken soll.
Doch ein genauer Blick in die zugrunde liegende Studie zeigt: Die entscheidenden Fragen bleiben offen.
📄 Studie:
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12060023/
🧪 Was wurde überhaupt untersucht?
Die Studie vergleicht zwei Gruppen:
- Kombi-Impfstoff (COVID + Influenza in einer Spritze)
- Vergleichsgruppe: zwei separate Impfstoffe gleichzeitig
❗ Wichtig:
- Keine Placebo-Gruppe
- Beide Gruppen erhalten aktive Substanzen
📊 Was die Studie offiziell zeigt
Die zentrale Aussage lautet:
„Nicht unterlegene Immunantwort“
Das bedeutet:
- Der Körper bildet ähnliche Antikörper wie bei bisherigen Impfungen
- Es wurde nicht gezeigt, ob Menschen tatsächlich weniger krank werden
⚠️ Kein Nachweis für echten Schutz
Die Studie hat nicht untersucht:
- Infektionen
- schwere Verläufe
- Hospitalisationen
- Todesfälle
👉 Es geht ausschließlich um Laborwerte.
⚠️ Kein Placebo – nur Vergleich mit anderen Impfungen
Da keine unbehandelte Gruppe existiert, kann die Studie nicht beantworten:
- Wie hoch das Risiko ohne Impfung ist
- Wie groß der tatsächliche Nutzen ist
👉 Es wird nur gezeigt: Impfung A vs. Impfung B
⚠️ Höhere Nebenwirkungen
Die Daten zeigen konsistent:
- Mehr lokale Reaktionen
- Mehr systemische Reaktionen
- Teilweise mehr starke Reaktionen
👉 Der Kombi-Impfstoff ist reaktiver als die Vergleichsstrategie.
⚠️ Unterschied zwischen Studie und zugelassenem Produkt
Ein entscheidender Punkt:
- Studie: 4 Influenza-Stämme (inkl. Yamagata)
- Zulassung: nur noch 3 Influenza-Stämme
👉 Das bedeutet:
- Das getestete Produkt entspricht nicht exakt dem zugelassenen Produkt
- Die Bewertung basiert teilweise auf Daten mit abweichender Zusammensetzung
⚠️ Auffällige Dosisunterschiede
Ein weiterer kritischer Punkt betrifft die mRNA-Dosis:
- Kombi-Impfstoff: ca. 10 µg pro Komponente
- Einzelimpfstoffe: 25–50 µg
👉 Trotz deutlich geringerer Dosis wird eine ähnliche Immunreaktion beobachtet.
Das wirft Fragen auf:
- War die ursprüngliche Dosis optimal?
- Wären niedrigere Dosen ausreichend gewesen?
⚠️ Fehlendes Schutzkorrelat bei COVID-19
Ein zentraler Punkt:
👉 Es gibt kein klar definiertes Schutzkorrelat für COVID-19.
Das bedeutet:
- Es gibt keinen Antikörperwert, der zuverlässig Schutz garantiert
- Die gemessenen Werte sind Surrogatparameter
👉 Die Studie zeigt also:
Ähnliche Laborwerte – aber nicht zwingend ähnlichen Schutz
⚠️ Influenza: Messbar, aber begrenzt
Beim Influenza-Anteil existiert ein Referenzwert:
HAI-Titer von 1:40
👉 Dieser gilt als grober Hinweis auf Schutz, aber:
- keine Garantie für tatsächlichen Schutz
- nur statistischer Näherungswert
⚠️ Kurze Beobachtungsdauer
Die Studie misst primär nach etwa 29 Tagen.
👉 Offene Fragen:
- Wie lange hält die Wirkung?
- Was passiert langfristig?
⚠️ Veraltete Virusvarianten
Die getesteten Antigene basieren auf:
- älteren SARS-CoV-2-Varianten
- früheren Influenza-Stämmen
👉 Problem:
- Viren verändern sich ständig
- Übertragbarkeit auf die Zukunft ist begrenzt
🎯 Fazit – was bleibt übrig?
Was gezeigt wurde:
- Der Impfstoff erzeugt eine Immunreaktion
- ähnlich wie bestehende Impfstoffe
Was nicht gezeigt wurde:
- tatsächlicher Schutz vor Krankheit
- weniger schwere Verläufe
- besseres Nutzen-Risiko-Verhältnis
Zusätzlich auffällig:
- höhere Nebenwirkungen
- abweichende Zusammensetzung zur Studie
- unklare Dosislogik
- kein klar definiertes Schutzkorrelat
🔥 Schlussgedanke
Diese Zulassung beantwortet vor allem eine technische Frage:
„Erzeugt der Impfstoff eine Immunreaktion?“
Aber nicht die entscheidende Frage:
„Schützt er Menschen tatsächlich vor Krankheit und schweren Verläufen?“
👉 Genau diese Lücke bleibt bestehen.
Presseanfrage
Dear EMA Press Office,
I am writing with regard to the recent European Commission marketing authorisation of mCOMBRIAX (mRNA-1083), Moderna’s combined mRNA vaccine against COVID-19 and influenza.
Based on the publicly available assessment documents and the pivotal Phase 3 trial, I would like to request clarification on the following points:
- Primary endpoints and clinical relevance
Am I correct in understanding that the approval of mCOMBRIAX is primarily based on immunogenicity endpoints (e.g. antibody responses and seroresponse rates), rather than on direct clinical endpoints such as reduction of symptomatic infection, severe disease, hospitalisation, or mortality? - Interpretation of “non-inferiority”
EMA communications refer to a “non-inferior immune response” compared to co-administered authorised vaccines.
Can you confirm that this non-inferiority conclusion applies specifically to immunological surrogate markers, and not to demonstrated non-inferiority in terms of clinical outcomes? - Absence of placebo control
The pivotal study used an active comparator (co-administration of influenza and COVID-19 vaccines), not a placebo control.
Can you confirm that, as a result, the study does not provide data on absolute risk (benefit or harm) compared to an unvaccinated population? - Benefit-risk assessment
Given that the study reports consistently higher rates of reactogenicity in the mRNA-1083 group compared to the control group,
could you specify on which exact evidence basis EMA concluded that the overall benefit-risk balance remains favourable? - Clinical effectiveness data
Are there any data available (published or unpublished) demonstrating that mCOMBRIAX reduces clinically relevant outcomes (e.g. severe COVID-19 or influenza, hospitalisation, mortality) compared to existing vaccination strategies? - Variant and strain relevance
Considering the evolving nature of SARS-CoV-2 variants and influenza strain circulation,
how does EMA assess the real-world applicability of immunogenicity data generated against earlier antigen compositions?
I would appreciate a clear and specific response to each of these questions.
Please let me know if further clarification is required.
Kind regards,
Bittel, Roger



